Brandenburg…


man nehme ein langes Wochenend, einen deutschen Richterbericht, tolles Wetter, Windhunde und eine Schwäche für Parkanlagen und was kommt am Ende heraus, ein wunderschöner Kurzurlaub.
Den deutschen Richterbericht für Angelina (TA Angelina Jolie) gab es in Stendal, zusammen mit einem V3. Und ungefähr auf halbem Weg zwischen Stendal und Sanssouci liegt Brandenburg an der Havel, ein Campingplatz mit Blick auf den Plauer See, die Hunde willkommen, was will man mehr.
Zwar waren die Badestrände für Hunde gesperrt und der “Hundestrand” nicht größer als eine Briefmarke aber die Wanderwege sind großartig und bieten jede Menge Möglichkeiten für die Whippies, sich auszutoben. Wie so oft – in den schönsten Momenten ist der Fotoapparat nicht griffbereit (muß das sein…den brauchen wir doch nicht) das ausgelassene Spiel am Wasser haben wir also nicht festgehalten.

Den Freitag ging es dann nach Potsdam, mein dritter Besuch insgesamt und noch immer kann ich nicht genug von den wunderschönen Parkanlagen bekommen. Bis heute habe ich noch kein Schloss von innen gesehen, ist mit 8 Whippchen an der Leine auch nicht machbar, aber das stört mich eigentlich auch nicht. Die Frage, ob das denn die Hunde vom Alten Fritz sind, haben wir wohl an die zwanzig mal beantwortet, die Whippchen sind wohl auch auf zahlreichen japanischen Urlaubsfotos zu sehen – aber die Liebe des Alten Fritz zu seinen Windspielen ist bis heute spürbar in der großen Toleranz die die Hunde im Park erfahren. Der Besuch der Gärten ist frei und wenn man sich ein wenig vom Trubel am “Weinberg” entfernt, dann kann man stundenlang durch den Landschaftsgarten streifen, fast allein, auf kleinen Wegen zwischen den Blumenwiesen hindurch, gibt es immer wieder etwas zu entdecken.
Zurück ging es dann am Neuen Palais vorbei, der Orangerie bis zum Weinberg von Sanssouci. Hier liegt, ganz unscheinbar mit einer einfachen Grabplatte gekennzeichnet, Friedrich begraben und an seiner Seite, unter den gleichen Platten, nur etwas kleiner, seine geliebten Hunde. Am Ende war der ganze Glanz und Punk nicht wichtig, was wirklich zählt, ist viel einfacher.
Lachen mußte ich über eine kleine Geschichte und die Frage einer Dame, ob es denn wohl sein könne, daß die erste Terrasse des Weinbergs vor dem Schloss nur deshalb so groß sei, weil Friedrich hier immer seine Windspiele zum toben vor die Tür geschickt hat und das er sich deshalb sogar mit seinem Architekten überworfen hat. Ich glaube die Geschichte kommt der Wahrheit ziemlich nahe.

Einen Ausflugstip muß ich unbedingt noch loswerden. Völlig überrascht und begeistert hat mich das Otto Lilienthal-Museum in Stölln, das wir auf der Heimreise besucht haben. Ein kleiner Ort, nur wenige Einwohner, am Fuße des Gollenbergs gelegen, hat seit einem Jahr ein kleines Museum über Otto Lilienthal den ersten Menschen der mit einem Gleiter flog. Seine weitesten Flugversuche startete er vom Gollenberg und von hier startete er auch zu seinem letzten Flug, bei dem er tödlich verunglückte. Im Museum sind Nachbauten seiner wunderschönen Gleiter zu sehen, es gibt einen kleinen Einblick in sein Leben, seine Theorie und seine Versuche. Noch heute gibt es am Gollenberg einen kleinen Segelflugplatz und … ein vierstrahliges Passagierflugzeug für ca. 180 Fluggäste. Die Geschichte des Flugzeug, ein Film über die abenteuerliche Landung und den Augenzeugenbericht vom damaligen Kapitän persönlich, lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Hinfahren – es lohnt sich! Wer schmökern möchte – versucht es HIER